XXVII. INTERNATIONALES  SYMPOSION DER TEXTILKUNST
SCHÖPFUNGSWERKSTATT - KOWARY  2000

 

Zeit Ort Teilnehmer  

Ausstellungen Uber Symposion Text von Katalog Galerien Foto 

 

 


Zeit : 14 - 29 Oktober  2000

Ort :
Dom Wczasowy „Legniczanka”, ul. Spokojna 1, 58 550 Karpacz Górny (Bierutowice)  

Teilnehmer 

1.Aleksandra Benn  
 2.Aleksandra Bibrowicz – Sikorska  
 3.Agata Buchalik – Drzyzga (10xTAK)  
 4.Ma³gorzata Buczek  
 5.Bo¿ena Burgielska (10xTAK)  
 6.Aleksandr Drobacha (Mo³dawia)  
 7.Tabea Dürr (Szwecja)  
 8.Kazimiera Frymark - B³aszczyk  
 9. Tatiana Jadczuk – Bogomazowa (Ukraina)  
10.Danuta Jaworska – Thomas  
11.Anna Kobak – Pisowacka  
12.Urszula Ko³aczkowska  
13.Zygmunt £ukasiewicz  
14.Ewa £ukiewska  
15.Janusz Motylski  
16.Barbara Nachajska – Bro¿ek  
17.Anna Popowa – Hy¿yñska (Ukraina)  
18.Ewa Maria Poradowska – Werszler (10xTAK)  
19.Hanna Pu³awska  
20.Ewa Rosiek – Buszko  
21.Gertraude Seidel (Niemcy)  
22.Helena Skopiñska  
23.Hjördis Tegsell (Szwecja)  
24.Ivanna Tokar (Ukraina)  
25.Honorata Werszler  
26. Barbara Wolfrum (Niemcy)  
27.Lidia Ziemiñska – Pawlak  
28. Galina Zubczenko  
29. Adriana Zych (B³aszczyk)

  Ausstellungen

• 2000 -  XXVI Miêdzynarodowa Wystawa Sztuki W³ókna  – „Kowary 2000”, Muzeum w Szklarskiej Porêbie, 20.X.-30.XI.2000

• 2000 - Wystawa Indywidualna - Tabea Dürr, “Skóra ryby”- Galeria Tkacka “Na Jatkach”, Wroc³aw, 14.X.-30.X.2000

• 2000 - Wystawa Indywidualna - Ewa Poradowska Werszler,  “Miêdzy w³óknem a papierem”,   Galeria “Promocje”, Jelenia Góra, 23.X. –18.XI.2000

• 2000 - Wystawa Indywidualna -  Barbara Nachajska - Bro¿ek “Poszukiwania” , Galeria “Centrum “ w Kamiennej Górze, 19.X.- 30 XI. 2000

• 2000 - Wystawa Indywidualna - Zygmunt £ukasiewicz “Kocha Ciebie Niebo”,  Galeria “im. Jana Paw³a II” w Karpaczu - 18.X.-30.X.2000

• 2000 - Wystawa Indywidualna - Anna Kobak - Pisowacka „Faktury, Znaki, Metafory”, Galeria Fabryki Dywanów, 17.X.-29.X.2000

2000 “Z krosna do Krosna”, I Miêdzynarodowe  Biennale Artystycznej Tkaniny Lnianej , Galeria “Orze³” Zak³ady Lniarskie, Mys³akowice -  17.X. – 15.XI.2000

  Uber Symposion

 OGÓLNY PROGRAM „WT -  KOWARY ‘2000”.

SEMINARIA:
Przegl¹d dokumentacji historycznej “WT - Kowary” z ostatniego 10-lecia (1990 - 1999)
Prezentacje dokumentacji uczestników Sympozjum Sztuki W³ókna
Dyskusja : „Znaczenie tkaniny artystycznej w minionym stuleciu”

WARSZTATY:
Prace warsztatowe przy zastosowaniu rozmaitych mediów : w³ókna, roœliny, papier
Aran¿acja przestrzeni w plenerze, wykorzystanie naturalnego œrodowiska.
Wspólne realizacje i pokazy warsztatowe

DOKUMENTACJA:
Wideofilmowanie akcji plenerowych.
Dokumentacja fotograficzna
Kronika, wspomnienia, notatki.

Text von Katalog 

Irena Huml 

Die internationalen Textilkunstpleinairs und -Symposien haben eine lange Tradition, aber das diesjährige Treffen - KOWARY 2000 - trägt einen ganz besonderen Charakter. Die jetzige Veranstaltung, die bereits die 27. ist, dient, wie die vorherigen, dem Erfahrungsaustausch, der Geschicklichkeitsvervoll-kommung und der Motivation zur weiteren Arbeit. Sie erweist sich aber zugleich als eine große Zusammenfassung. Das magische Datum , d.h. das zwanzigste Jahrhundert endet, bestimmt die Denkweise und macht nachdenklich. Ohne Übertreibung kann man feststellen, daß die im In- und Ausland bekannten Schmiedeberger Pleinairs und Symposien einen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Textilkunst dieser Periode ausübten und in der Geschichte der Kunstweberei ihren Platz fanden.
In den ersten Jahren entstanden Kunstgewebe aus traditionellen Materialien, vor allem aus der wunderschönen, flaumigen und farbigen Schmiedeberger Wolle. Es galt die Konvention der klassischen Weberwerkstatt. Später begann Ewa Poradowska Werszler, die Hauptveranstalterin und auf diesem Gebiet aktive Künstlerin, das Programm des Treffens um neue Medien und - im weitesten Sinne des Wortes - neue Technologien zu erweitern. Einen wichtigen Stellenwert nahm unter diesen Experimenten - als letzte Neuheit - das Büttenpapier ein, das von den Künstlern selbst aus verschiedenen, sich mit interessanter Oberflächenstruktur und subtiler Koloristik charakterisierenden Pflanzengattungen hergestellt wurde. Eine andere Neuheit war das Organisieren einer Werkstatt, in der man am Verzieren mit Batik arbeitete, was die Malereipassionen ihrer Schöpfer anregte. Die sowohl aus Wolle als auch aus anderen Materialien hergestellten Arbeiten, die während der Schmiedeberger Treffen oder daruber hinaus entstanden, wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und die Autoren mit zahlreichen Preisen bedacht. Eine grosse Rolle spielten jedoch - und spielen - Übersichtsausstellungen, die nach jedem Symposium veranstaltet wurden und werden sowie seit ein paar Jahren begleitende Personalausstellungen. Das alles fliesst in einem einzigartigen Festival zusammen, das das Kunstleben in Niederschlesien belebt. Die Werke werden in größeren und kleinen Städten der Region gezeigt, selbstverständlich in Kowary (Schmiedeberg), auch in Kamienna Góra (Landeshut), Jelenia Góra (Hirschberg), Szklarska Porêba (Schreiberhau), Karpacz (Krummhübel) und Wroc³aw (Breslau).Die letzte Dekade erbrachte, außer oben-genannter Tätigkeiten, nicht nur Programmerweiterungen, sondern auch ein neues Reglement der Hauptausstellung. Eine der wichtigsten Veränderungen ist die Ausschreibung des Agnieszka-Sienkiewicz- Preises. Sie war jene Künstlerin, die sich am Schmiedeberger Treffen vielmals beteiligte und plötzlich, vorzeitig aus der Welt schied. Um ihr Ehre zu erweisen, werden die Preise in verschiedenen Kategorien verliehen. Nicht nur der Gefühls- und Erinnerungscharakter dieser Preise spielt eine wichtige Rolle. Die Idee der Belohnung selbst, obwohl oft umstritten, erhöhte das Prestige der Ausstellungen und vergrößte die Anziehungskraft der Beteiligung. Eine weitere wichtige Änderung war die Umwandlung der Pleinairs in die Symposien. Diese neue Form hat zur Vertiefung des theoretischen Inhaltes, zur Präsentation nicht nur künstlerischer sondern auch philosophischer Haltungen und zur Erörterung allgemeinerer Themen beigetragen. Nicht ohne Bedeutung ist auch der immer ständig wachsende Anteil der ausländischen Künstler, die viele Probleme ganz anders betrachten. Die Schmiedeberger Pleinairs und Symposien haben ihren festen Platz als schöpferische Treffen und sind als Errungenschaftder der internationalen Textilkunst zu betrachten. Es wäre wünschenswert, wenn diese fruchtbringende Arbeit im nächsten Jahrhundert fortgesetzt werden würde.


Zofia Gebhard

 In 1974 wurde in Kowary (Schmiedeberg), unter der Schirmherrschaft der dort ansässigen Teppichfabrik, das erste Pleinair – Webereiwerkstatt – durchgeführt, in einer Zeit also, die sich als besonders günstig sowohl für die Fabrik als auch die Künstler erwies. Die Schmiedeberger Teppiche finden Absatz in der ganzen Welt. Die rentable Fabrik hatte sich der technologischen Modernisierung unterzogen und erreichte den Gipfel ihrer Produktivität. Polnisches Kunstgewebe schritt von Erfolg zu Erfolg während internationaler Wettbewerbe und Ausstellungen. Das Interesse für diese Kunst war geweckt sowohl seitens der Schöpfer als auch Betrachter. 1973 wurde in Breslau, auf Anregung von Ewa Poradowska - Werszler, die Webergruppe "10 x Tak" (10 x Ja) gegründet, die zehn Künstlerinnen mit unterschiedlichen künstlerischen Biographien bildeten. Sie beschäftigten sich vorher mit Innenarchitektur, Keramik, Grafik, Malerei... Die neue Faszination ging wahrscheinlich ursprünglich von der "weiblichen Vorliebe für Handarbeiten" aus, aber darüber hinaus auch von der mitunter geheimnisvollen Autonomie, die dieses Gebiet der Kunst allgemein zu zeigen begann. Die Mitglieder der Gruppe waren die ersten , die sich an der Schmiedeberger Werkstatt beteiligten.
Die damals geltende Tendenz, Industrie- und Arbeitswelt mit der Kunstwelt zu verbinden, ist in Kowary fast Wirklichkeit geworden: Die Künstler bekamen kostenlos Abfälle von Teppichwolle als Rohstoff zur Verfügung und als Gegenleistung verpflichteten sie sich, eine Galerie in der Teppichfabrik einzurichten um dort ihre Werke zu präsentieren.
Sowohl eine besondere "Atmosphäre der Anbetung" als auch die Möglichkeit, das zum damaligen Zeitpunkt unschätzbare Material zu nutzen, erregten sofortiges, bis heute kaum nachlassendes, Interesse, sich an den Treffen in Kowary zu beteiligen. Schon im folgenden Jahr wurde das Pleinair gesamtpolnisch ausgeschrieben und im nachfolgenden sogar international.
Wenn man heute, indem man die dreißig Jahre an Erfahrungen berücksichtigt - auf die Errungenschaften der Schmiedeberger Werkstatt schaut, erscheint die Dekade der siebziger Jahre als eine euphorische Periode der Experimente und Kristallisation schöpferischer individueller Persönlichkeiten. Die Art des Rohstoffes, den die Künstler bekamen, bestimmte zweifellos die künstlerische Suche. Die Schmiedeberger Wolle, grob und glatt gewoben, war weich und fleischig, von reicher, sehr differenzierter Farbgebung: zuers handelte es sich um natürliche Wolle, matt und glanzlos, dann begann man die natürlichen Fasern mit der künstlichen zu verbinden - die Oberflächenstruktur wurde schlüpfrig und glänzend. Solche Wolle war besonders für das Weben von Gobelins geeignet, sowohl für diesen mit einem Malereicharakter als auch für rein strukturelle Werke. Damals entstanden glatt gewobene (aber mit deutlichem Geflecht), Gobelins, deren koloristische Lösungen mit der Malerei zu konkurieren begannen; man stellte überwiegend Werke her, deren Oberflechenstrukturen die unendlichen Möglichkeiten verschiedener Gegen- und Zusammenstellungen von Verflechtungen,  Ajourarbeiten, Kontrasten und tiefen Reliefs zeigen. Es entstanden auch selbstständige, sich die Skulptur zum Muster nehmenden  Raumobjekte Es entwickelte sich als Tradition, das Treffen mit einer Ausstellung der Werke aus vorigen Jahren zu beginnen.
Die achtziger Jahre waren, trotz widriger politischer und wirtschaftlicher Umstände, für die Schmiedeberger Treffen eine Periode der weiteren schöpferischen Errungenschaften. Die Breslauer Webergruppe stellte weiter den Kern der Werkstätte dar, jedoch das Pleinair gewann ständig größere Anerkennung und zog Künstler aus vielen Ländern an, die oft mit überraschend unterschiedenen Materialien arbeiteten. Dank dieser Kontakte entwickelte sich ein natürlicher Erfahrungsaustausch, man inspirierte sich gegenseitig. Es wurde nahezu unmöglich, nur ein Medium - Schmiedeberger Wolle - und nur eine Handlungsweise zu verwerten. Der Begriff "Textilkunst" begann sich zu erweitern. 
Die Situation änderte sich wesentlich zu Anfang der neunziger Jahre, entsprechend den politischen und wirtschaftlichen Verwandlungen. Das jetz nicht allzu uneigennützige Patronat der mit inneren Problemen kämpfendenTeppichfabrik, sowie das immer größer werdendes Interesse der Künstler, sich mit neuen Medien auseinanderzusetzen, zwang dazu, daß die Form der Schmiedeberger Treffen ändern mußte - das Pleinair wurde in ein Symposium verwandelt. 
Das Internationale Symposium der Textilkunst - Kunstwerkstatt - Kowary - setzt sich nicht nur zum Ziel, schöpferische Experimente mit neuen Materialien und Techniken zu initiieren, sondern trägt auch zur Verbreitung von Textilkunst durch Präsentationen in vielen niederschlesischen Galerien, nicht nur während der Dauer der Schmiedeberger Treffen, bei.
Die neuen Medien: Batik - warm und kalt, Seidenmalerei, Applikation, handgemachtes Papier, Nutzung verschiedenartigen Pflanzenfasern, auch der Pflanzen selbst, Schneidermaschinentechniken und verschiedene Webermethoden, Ausnutzung von Halbprodukten und fertigen Objekte - zwangen zum Ausdenken neuen Ausstellungsweisen. Während der Schmiedeberger Treffen wurden Ideen verschiedener Förderungsveranstaltungen geboren, z.B. Flexible, Kleine Weberformen, Biennale Z Krosna do krosna oder Präsentationen sakraler Kunst.
Man muß betonen, daß im Laufe dieser 27 Jahre Ewa Poradowska Werszler die unermüdliche Veranstalterin der Treffen in Kowary war. Ihre eindrucksvolle Aktivität war mit einer leidenschaftlichen Hingabe an die Entwicklung der Textilkuns verbunden.Das diesjährige Treffen besitzt einen besonderen Charakter, weil es um die Jahrtausendwende stattfindet, und das bewegt zu Zusammenfassungen und zum Schmeiden der Zukunftsplänen.
Die niederschlesische Webereitradition geht auf Jungsteinzeit zurück, archäologische Fragmente von Keramiken, verziert mir Abdrücke von geflochtener Schnur und Elemente des primitiven Webstuhles sind 4500 Jahre alt. Unter den vielen mit der Weberei verbundenen Funden gibt auch solche, die beweisen, daß diese Tätigkeit bereits im Mittelalter professionell betrieben wurde. Einschlägige Litreatur präsentiert oft ein ikonographisches Motiv: in einem Weberwerkstatt stehender, länglicher Webstuhl mit Trittbrett. Dieses Bild stammt von einem Penaptychon (XVI Jh.) aus dem Altar der Pfarrkirche in Lubin (Lüben) und befindet sich jetzt im Nationalmuseum von Breslau.
Die Arbeiten von Wanda Bibrowicz erscheinen nahezu zeitgenössisch. Diese Künstlerin organisierte im Jahre 1904 eine Werkstatt für Kunstgewebe an der Königlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau und dann - nach ein paar Jahren – die Schlesischen Werkstätte für Kunstweberei in Szklarska Porêba (Schreiberhau).In ihrer Denkart über Kunst bedeuteten noch gleichviel das Ringen mit traditionellen Werkstattproblemen und die Konzeptionsexperimente, aber das war vor fast hundert Jahren! Heute ist alles nicht nur zulässig – heute ist alles möglich, was nicht bedeutet, daß keine neuen künstlerischen Abenteuer auf uns warten.
Es lohnt sich immer, sich der eigenen Vergangenheit bewußt zu werden, sowohl der neolithischen, als auch der, die
siebenundzwanzig Jahre alt ist.

 

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